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Geschichte der alten Patrone

Unsere Anschrift "Am Judensand" weist auf die Nähe zu einem der ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe in Deutschland hin. Er liegt am Hang des Hartenberges, auf dem wir uns hier befinden. Die eindrucksvollen alten Grabsteine sind von der Mombacher Straße aus gut zu erkennen. Die ältesten Grabmale stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die jüdische Gemeinde von Mainz bildete mit den Gemeinden in Speyer und Worms die berühmte Einheit der Drei Gemeinden, die in der jüdischen Geistesgeschichte Europas eine herausgehobene Stellung einnehmen.

Hartenberg heißt das Stadtgebiet, in dem das bauliche Ensemble "alte Patrone" liegt. Der Hartenberg ist stolze 120 m hoch und liegt damit ca. 40 m über dem Niveau der Innenstadt. Aber der Mainzer Domgickel äugt von seiner Turmspitze aus noch einmal 40 m höher auf unsere Teller. Der Hartenberg war Teil des Festungsgürtels, der die Stadt Mainz einschloss. Die Reste des Fort Hartenberg, nur einen Steinwurf von hier entfernt, bezeugen dies. In der letzten Phase der Festungsentwicklung entstanden um 1880 einige befestigte Munitionsdepots und das "Friedenspulvermagazin Nr. 20" auf dem Hartenberg, das auf einer Karte aus dem Jahre 1891 zu erkennen ist. Die heutige Bebauung beginnt erst 1908. Als 1922 die Forts des äußeren Festungsgürtels und die befestigten Munitionsdepots geschleift wurden, blieb nur das Friedenspulvermagazin erhalten und wurde im Mainzer Sprachgebrauch zur "alten Patrone" oder kurz "Patrone".

Nach dem 1. Weltkrieg dienten die baulichen Anlagen der französischen Armee als Truppenunterkunft und ab 1936 der deutschen Wehrmacht als Lager.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges endete auch die militärische Nutzung des Areals.  Zunächst wurden in den Gebäuden Notunterkünfte für ausgebombte Familien eingerichtet und die Druckerei Theyer richtete ihre Betriebsräume zwischenzeitlich hier ein, später gefolgt von der Schreinerei Gerster und der Heizungs- und Sanitärfirma Seiffert.

Doch schon lange vor der Sanierung des Areals, dass immerhin ca. 10.100 m² umfasst, gab es das erste Künstleratelier in der alten Patrone. Eine Bildhaue(in richtete im Jahre 1984 im doppelgeschossigen ehemaligen Heizungskeller des Hauses 71 ihre Wirkungsstätte ein, in der sie unter anderem das in Mainz wohlbekannte "Goldene Ross" über dem Eingang des Landesmuseums in der Großen Bleiche restaurierte. Im gleichen Hause etablierte sich die Arbeiterwohlfahrt mit einer Altentagesstätte und ihren Geschäftsräumen sowie der Stadtteiltreff Hartenberg/Münchfeld. Von 1996 bis 1999 wurde dann die Sanierung des gesamten Gebäudebestandes und der Außenbereiche der Alten Patrone geplant und realisiert.

Es entstanden 8 Ateliers, ebenso viele Wohnungen und einige Büros, die von Malern, Skulpteuren und einer Modeschöpferin genutzt werden. Der Bundesverband Bildender Künstler - BBK - in Rheinland Pfalz hat hier seinen Sitz genommen und lädt regelmäßig zu Ausstellungen ein. Aber auch Theater, Musik und Film haben einen Platz in der alten Patrone gefunden. Produktionen aus diesen Bereichen, die nicht oder noch nicht im Mainstream schwimmen, steht ein Aufführungsraum mit 140 Plätzen zur Verfügung.

Doch auch gutes Essen und Trinken ist eine Kunst - die Zubereitung ebenso wie der Genuss der Erzeugnisse kreativer Köche und Winzer. Hierzu laden das Restaurant "alte Patrone" und das Bistro "Remise" ein.  Im Sommer bietet der zentrale große Platz unter alten Platanen und Kastanien eine gute Möglichkeit, in mittäglichen oder abendlichen Mußestunden die Angebote aus Küche und Keller zu genießen.

Sie sehen: ein Besuch der alten Patrone ist immer eine angenehme kleine Reise aus dem grauen Alltag. Wir werden unser Bestes geben, Ihren Kurzurlaub auf dem Hartenberg angenehm und erlebnisreich zu gestalten.


Weitere Infomationen finden Sie hier im Bericht